Alison Statton

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Die Young Marble Giants waren anders. Sehr anders als alles, was davor oder danach kam. Drei junge Waliser krempelten die Welt binnen kürzester Zeit um, und zwar ganz leise, bestimmt und gnadenlos. Die Instrumente wurden von den Gebrüdern Moxham (Stuart und Philip) bedient; der Gesang kam von Alison Statton. Die jungen marmornen Riesen existierten nicht lange: gegründet wurden sie 1978; 1980 kam das einzige Album heraus und ein Jahr später war Schluss. Für 23 Jahre. Die Gruppe zerbrach am Erfolg; allerdings ist schwer vorstellbar, was die Band noch hätte nachlegen sollen. Laut eigener Einschätzung war man selbst noch nicht reif für das langfristige Zusammenspiel, da jeder in seiner Welt lebte. Überdies zerbrach während der Tour die Beziehung zwischen Statton und Philip Moxham; Stuart und seine damalige Freundin Wendy Smith, die für das Artwork der Band zuständig war, trennten sich ebenfalls zur gleichen Zeit. Nach dem letzten Konzert in New York trennte die Band sich. Ohne Szene, ohne dass man sich groß etwas zu sagen gehabt hätte. Die Band hinterließ ein legendäres Album („Colossal Youth“), nach welchem sich in den späten Achtzigern die mittlerweile legendäre Band um Kristof Schreuf, der unlängst sein von Tobias Levin produziertes Solodebüt („Bourgeois With Guitar“) herausgebracht hat, benannte: Kolossale Jugend. Klar wie eine symmetrische Glasscherbe mit scharfen Seiten, an denen man sich nicht nur schneidet, sondern sich auch noch Glassplitter unter die Haut jagt – so ungefähr klingen die Young Marble Giants. Unterkühlt und minimalistisch dabei, wozu der Sound der Instrumente (Drum-Maschine, Farfisa-Orgel, Gitarre, Bass) und Alison Stattons Gesangsstil mehr beitrugen als Stuart Moxhams Texte.

 

Nach dem Marmor

Nachdem sich die Band also 1981 auflöste, machten die Mitglieder weiter. So gründete Stuart Moxham The Gist, deren „Love At First Sight“ auf französisch in der Version von Étienne Daho ein Hit wurde („Paris, le Flor“). Alison Statton hingegen machte mit einer Band namens Weekend weiter, die dank eines jazzigen Einflusses stärker groovte als die sterilen Young Marble Giants, was vielleicht ein bißchen weniger spannend war, allerdings lässt sich eine Innovativität wie die des Young-Marble-Giants-Albums schwerlich wiederholen – und die Weekend-Scheibe ist hervorragend. Die beiden arbeiteten noch mit unterschiedlichen Künstlern zusammen, wie zum Beispiel Ian Devine von den durch Morrissey vergötterten Ludus und dem mit wunderschöner Stimme akzentfrei englisch singenden Exilfranzosen Louis Philippe. Ein langes und informatives Interview mit Statton und Moxham findet sich auf popkontext.de.

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